
Der Energieverbrauch und die damit verbundenen CO2-Emissionen können durch eine energetische Modernisierung des Gebäudebestandes entscheidend gesenkt werden, denn der private Raumwärmebedarf stellt einen der bedeutsamsten Energieverbrauchssektoren dar. Ein besonders hohes Einsparpotenzial besteht im Bereich der Ein- und Zweifamilienhäuser. Etwa ein Prozent dieses Gebäudebestandes wird jährlich energetisch modernisiert; drei Prozent scheinen technisch und wirtschaftlich machbar. Das zentrale Ziel des Vorhabens ist deshalb die Erhöhung der Sanierungsquote.
Das Vorhaben geht von der These aus, dass das vermutete Sanierungspotenzial vor allem deshalb nicht ausgeschöpft wird, weil die aktuellen Instrumente sowie Kommunikations- und Beratungsangebote nur unzureichend auf die komplexe Entscheidungssituation der EigenheimbesitzerInnen bei der energetischen Sanierung abgestimmt sind. Im Anschluss an die sozial-ökologische Konsumforschung gehen wir davon aus, dass neben technischen und ökonomischen Bedingungen eine ganze Reihe weiterer Faktoren zusammen kommen müssen, damit ein Eigenheimbesitzer bzw. eine Eigenheimbesitzerin eine anspruchsvolle energetische Modernisierung durchführt. Überdies stellen sich solche Motivallianzen und Bedingungskonstellationen für verschiedene Gruppen von EigenheimbesitzerInnen unterschiedlich dar und die Gestaltung von Kommunikationsangeboten und das Instrumentendesign muss dieser Zielgruppendifferenzierung Rechnung tragen.
Ausgehend von einem Modell des Entscheidungsverhaltens der EigenheimbesitzerInnen wird in Form von qualitativen und quantitativen empirischen Befragung von Gebäudemodernisierern der Frage nachgegangen, welche Bedingungs- und Motivkonstellationen eine energetisch anspruchsvolle Sanierung ermöglichen. Viel versprechende Einsparungspotentiale im Bestand sollen im Rahmen einer Potentialanalyse ermittelt werden. Parallel dazu werden die existierenden Kommunikationsangebote einer Akzeptanzanalyse unterzogen. An diese beiden Bausteine schließt sich eine konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Förderkulisse und den einschlägigen Marketing- und Beratungsmaßnahmen an.
Ziel des geplanten Synthesebausteins ist es, auf Basis der Erkenntnisse aus den einzelnen oben skizzierten Projektbausteinen, Empfehlungen für einen integrierten Politik- und Beratungsansatz zu erarbeiten, der auf die verschiedenen nachfrageseitigen Hemmnisse und Handlungsblockaden bei EigenheimbesitzerInnen einwirkt und die Bereitschaft zu einer energieeffizienten Modernisierung erhöht. Herausgearbeitet werden soll insbesondere, wie die Wirkung regulativer und monetärer Instrumente durch ihre Einbettung in adressatengerechte Kommunikations- und Marketingaktivitäten gesteigert werden kann.
01.04.2008 – 30.09.2010
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